Generative KI gehören inzwischen zum akademischen Alltag. Nun gibt es eine neue Web-Oberfläche, die einen einheitlichen Zugang sowohl zu kommerziellen als auch zu Open-Source-Diensten ermöglicht: KI:connect.nrw. Der Dienst, initiiert und mit einer Million Euro gefördert vom Kultur- und Wissenschaftsministerium, wird von der RWTH Aachen technisch betreut. Studierende und Forschende können ihn nutzen, um Texte zu verfassen, Literatur zu analysieren oder in naher Zukunft auch Grafiken zu erstellen und Daten zu visualisieren. Ab sofort ist das Angebot nun auch an der HHU nutzbar.
Zum Start sind zwei Large Language Modelle, kurz LLM, wählbar, die im Projekt „Open Source-KI.nrw“ von den Universitäten Bochum und Köln auf eigenen Servern betrieben werden:
1. Mistral Small 3.2 24B: Ein in Frankreich entwickeltes und trainiertes Open Source Modell. Es ist relativ schlank, schnell und gut geeignet für die meisten Anwendungen.
2. OpenAI GPT OSS 120B: Ein vom US-amerikanischen Anbieter OpenAI entwickeltes und trainiertes Open Source Modell. Es ist sehr leistungsfähig und gut geeignet auch für komplexe Aufgaben.
Künftig sollen weitere Modelle dazukommen, sowohl Open Source als auch kommerzielle Modelle wie GPT 5.
Kurzinterview mit Prof. Dr. Florian Heiß
Der Chief Information Officer (CIO) der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf beantwortet zentrale Fragen zum neuen Service.
Was ist der Vorteil von KI:connect? Kann ich nicht einfach direkt die ChatGPT-Seite nutzen?
Professor Heiß: Zum einen fallen für viele der leistungsfähigsten Versionen der modernen LLMs (Large Language Models) wie GPT 5 Gebühren an, wenn man sie eigenständig nutzt. Zum anderen schützt der Dienst persönliche Informationen vor den Anbietern der Modelle wie OpenAI. Diese sehen nur pseudonymisierte Nutzende, die sie keiner realen Person oder beispielsweise einer E-Mail-Adresse oder IP-Adresse zuordnen können. Dies macht erst eine datenschutzkonforme Nutzung im dienstlichen Rahmen möglich. Bei Open Source-KI.nrw bleiben alle Eingaben in den entsprechenden Rechenzentren in NRW.
Heißt das, dass ich personenbezogene Daten eingeben kann?
Nein, aktuell ist das aus datenschutzrechtlichen Gründen untersagt. Wir streben an, auch Modelle anzubieten, bei denen das Verarbeiten personenbezogener Daten erlaubt ist, aber das ist noch Zukunftsmusik.
Kann ich den Dienst unbegrenzt nutzen?
Zum Start sind die Open-Source-Modelle unbegrenzt nutzbar. Künftig kann es bei bestimmten Modellen Limits geben, insbesondere bei besonders leistungsstarken kommerziellen Modellen, die hohe Kosten verursachen.
Wie kann ich den Dienst nutzen?
1. Gehen Sie auf https://chat.kiconnect.nrw
2. Loggen Sie sich mit Ihrer Uni-Kennung ein.