Eine Institution ist der Tag der Lehre der Heinrich-Heine-Universität, der am 23. Juni stattfand. Lehrende, Studierende und Interessierte trafen sich in der P.A.L.M.E. zu einem anregenden Austausch, organisiert vom Service-Center für gutes Lehren und Lernen (SeLL). Ein Highlight war die Verleihung der Lehrpreise – diesmal auch in der Kategorie „Studentische Lehre“.
Der Gastbeitrag von Dr. Andrea Koch-Thiele (Ruhr-Universität Bochum) und das anschließende Podiumsgespräch mit HHU-Studierenden verdeutlichten die Bedeutung studentischen Engagements für die Weiterentwicklung von Studium und Lehre.
Koch-Thiele vom Lehrstuhl für Lehr-Lernforschung stellte die Studentischen Initiativprojekte der Ruhr-Universität Bochum vor. Das Förderprogramm unterstützt Studierende dabei, eigene Ideen für die Lehre umzusetzen. „Wir entwickeln Lehre und Studium als partizipativen Prozess“, betonte die Programmleiterin. Die Projektteams erhalten finanzielle Förderung und Beratung; teilweise können Teilnehmende zudem Credit Points erwerben.
Bei den Heine-Lehrpreisen gibt es künftig eine stärkere Differenzierung nach Lehrerfahrung: Vergeben wird jeweils ein Preis für Lehrende mit bis zu sechs Jahren und mit mehr als sechs Jahren Lehrerfahrung. Neu ist außerdem der hein@ward in der Kategorie „Studentische Lehre“. „Damit würdigen wir erstmals ausdrücklich Studierende, die selbst Verantwortung für Lehr- und Lernprozesse übernehmen und das Studium ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen bereichern“, sagte Prorektor Prof. Dr. Axel Görlitz.
Für den Lehrpreis der HHU waren diesmal insgesamt 34 Personen aus allen Fakultäten nominiert. Schlussendlich konnten vier von ihnen die Auszeichnung mit nach Hause nehmen. Den hein@ward für studentische Lehre teilten sich gleich zwei Studierende:
- Jonas Goudarzi, Informatik (Kategorie studentische Lehre für ein Tutorium)
- Dominik Budych, Sozialwissenschaften (Kategorie studentische Lehre für ein Tutorium)
- Prof. Dr. Max Anstötz , Medizin/Zelluläre Neuroanatomie (Kategorie mehr als 6 Jahre Lehrerfahrung)
- Mbingo Itondo, Transkulturelle Studien (Kategorie bis 6 Jahre Lehrerfahrung)
Alle Ausgezeichneten verstehen es, Studierende dort abzuholen, wo sie stehen und auch diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die sich sonst eher zurückhalten. In den Laudationes hoben die Studierenden insbesondere die Energie und Freude an der Lehre sowie die wertschätzende emphatische und gleichzeitig professionelle Art der Preisträgerinnen und Presiträger hervor. Ihre Lehre verstehe sich als dialogischer Denkprozess, der eigenständiges Lernen und Reflektieren fördert.
Zudem überreichten Prorektor Prof. Dr. Axel Görlitz und Natalie Böddicker (SeLL) auch die Gesamtzertifikate des hochschuldidaktischen Programms „Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule“ an Johanna Plenter, Rebekka Kuhlmann, Oksana Lewandowska, Fabian Wilhelmi, Sebastian Scholz, Simon Götz, Alexander Willich, Melinda Hagedorn, Susanne Horch und Ann-Kathrin Allekotte.
Das Programm des Netzwerks Hochschuldidaktik NRW wird an der HHU vom Service-Center für gutes Lehren und Lernen (SeLL) koordiniert. Die beteiligten 17 Einrichtungen (darunter die HHU) verfolgen das gemeinsame Ziel, qualifizierte Lehrkompetenz als festen Bestandteil der akademischen Personalentwicklung zu verankern.